Barockkirche Christi Himmelfahrt Burgkemnitz

 

Bis zur Namensgebung 2017 wurde diese Kirche „Barockkirche Burgkemnitz“ genannt. Warum das so ist, sieht man auf den ersten Blick, denn der imposante Kirchenneubau aus dem Jahr 1722 trägt eine dreifach gestufte, barocke Schieferhaube und lädt im Inneren dazu ein, sich von der barocken (Bauern-) Malerei auf der Tonnendecke, den Säulen und der Doppel-Empore überwältigen zu lassen.

Beim Betreten der Kirche durch das Hauptportal des Westturmes wird man eine lateinische Inschrift mit folgendem Wortlaut entdecken: "AUSPICIIS.DEI.T.O.M.TEMPLUM.HOC.EXSTRUCTUM.EST.ANNO 1722“

Die Übersetzung lautet: „Unter dem Schutze Gottes des Dreieinigen (Trinitarii), Allgütigen (Optimi) und Allmächtigen (Maximi) ist diese Kirche erbaut worden im Jahre 1722.“

Auf der gesamten Fläche der Tonnendecke ist die Himmelfahrt Christi ins Bild gesetzt. (Projekt Namensgebung: siehe auch hier) Die Jünger sehen ihrem auffahrenden Herrn nach, dem schon ein mit rotem Samt bezogener Schemel zur Linken des im blauen Umhang thronenden Gottvaters bereitet ist. Über ihnen erscheint die Taube als Verkörperung des Heiligen Geistes. Von allen Wolken her grüßen Engel mit runden Gesichtern.

Zudem kann der aufmerksamen Betrachter in der Marmor-Imitat-Malerei an Säulen und Emporen dutzende versteckte Engel entdecken, die im Sinne einer „Pünktchen, Pünktchen, Komma, Strich – Malerei“ zwar nur angedeutet aber am Ende dann doch klar erkennbar sind.

Auf der unteren Emporenebene sind im Sinne einer Armenbibel (biblia pauperum) biblische Szenen des neuen Testamentes dargestellt. Diese beginnen mit der Ankündigung der Geburt Jesu an Maria durch den Erzengel Gabriel und enden mit dem Jüngsten Gericht. Auf den Kassetten der oberen Emporenebene stehen Bibelworte, die im Sinne eines Akrostichons mit reich verzierten Buchstaben aufwarten, die, zusammengesetzt, den Namen des Erbauers ergeben: Ferdinand von Bodenhausen.

Der Kanzelaltar ist reich verziert und präsentiert im unteren Bereich ein geschnitztes Abendmahlsbild. Darüber befindet sich nicht der sonst übliche Kanzelkorb, der nach vorne auskragt, sondern es müssen zwei Schiebetüren auseinander geschoben werden, die dann früher den Blick auf den Prediger freigaben. Auf ihnen steht „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“. Den Abschluss des Altars bildet ein geschnitzter ovaler Wolkenring, der das Tetragramm ( JHWH ) enthält, das hebräische Wort für Gott, das im jüdischen Glaubensvollzug niemals ausgesprochen wird, sondern dafür immer das Wort „Adonai“ gesagt wird, was „Herr“, also „Gott“ bedeutet. Die Heiligkeit und das Geheimnis Gottes bleibt auf diese Weise gewahrt!

Neben dem Altar hat oft eine kleine barocke Figur ihren Platz, ein Taufschalenträger.

Die Orgel des Hallenser Orgelbauers Friedrich Wilhelm Wäldner aus dem Jahr 1851 besitzt einen warmen Klang und wird sowohl zu Gottesdiensten als auch zu Orgelvespern und Konzerten innerhalb der jährlichen Konzertreihe gespielt (2 Manuale / 13 Register).

Vom ehemals dreifachen Geläut finden sich heute noch zwei Bronzeglocken aus den Jahren 1652 und 1697 im Turm der Kirche.

Bemerkenswert ist die Uhr, die unsere Kirche besitzt, ist es doch eine Einzeiger-Uhr. Nur die Stunden werden angezeigt, nicht aber die Minuten. Aus dem Jahr 1704 stammt das Uhrwerk, welches seit dem Jahr 2002 wieder seinen Dienst versieht – mit 3 neuen Ziffernblättern an der West-, Süd- und Nordseite des Turmes.

Weitere Informationen zur Kirche und zum Engagement des Fördervereins finden sich auf der Homepage: www.barockkirche-burgkemnitz.de

Pfr. Albrecht Henning